Philipp Poisel in der Zeche Bochum 16.09.09

Eigentlich höre ich den Philipp Poisel nicht so gerne. Eigentlich bin ich nur Alina zuliebe mitgegangen. Ich bin aber gänzlich ohne Vorurteile hingegangen. In die ausverkaufte Zeche Bochum.
25 Minuten vor Einlass war schon ‘ne kleine Menge von unterschiedlichen Besuchern vorhanden.
Als wir uns dann unters Dach an den Eingang stellten, sind plötzlich alle Leute, die sich nicht direkt vor den Eingang gestellt haben, unruhig geworden und rückten dann auf.
Kurz vor Öffnung war so schon ein kleiner Menschenauflauf vorhanden. die Türen gingen auf und der Security-Mann am Eingang rief noch “Keine Fotos” und rein ging’s. die haben während des Konzerts auch richtig gut aufgepasst und sind sofort losgestürmt, wenn sie ein elektrisches Gerät entdeckt haben.

Nach einer Stunde oder so kam dann der Vorband-Mann mit Gitarre und er hatte noch ‘n Kumpel am Keyboard mitgebracht. Ein Dreierpack weiblicher Labertaschen neben mir unterhielten sich darüber, ob dass wohl der Poisel sei. Als er anfing, Musik zu machen, haben sie aber gemerkt, dass er das nicht ist. Der Dreiberpack laberte aber trotzdem weiter. Die Musik war laaaangweilig und es hörte nicht auf.
Als er fertig war, meinte er noch, er wäre am Merchstand, wo es CDs von allen Künstlern des Abends gäbe. Wie Was wo? Künstlern? Richtig. Es kam noch ‘ne Vorband.
Da saß ‘n Typ mit Gitarre auf der rechten Seite, ein Percussion-Künstler mit Art Garfunkel-Haaren auf der rechten Seite. Das war lustig, dem zuzusehen. Der saß auf einer Holztrommel und hatte vor sich allen möglichen Trommel- und Glockenzeugs. Die Basstrommel hat der mit seinen mit Socken bekleideten Füßen gemacht. Ja und dann kam dann noch ‘ne oberweitenarme Sängerin in Schlabber-T-Shirt, Jogginghose und Stöckelschuhen auf die Bühne. Die Band kannte zwar keiner, aber die Musik muss wohl in ICQ-Kreisen bekannter sein. So richtig Stimmung wollte aber nicht aufkommen.

Dann war erstmal gar nix. Die Bühne wurde von den Vorband-Resten entfernt, die Monitorboxen wurden weggeräumt und es kam mir endlos vor, bis sich was tat. Der Philipp ist wohl noch poiseln, habe ich mir so im Scherz gedacht.
Ein Bühnenarbeiter hat dann ‘ne Thermoskanne an die Drums gestellt, ein Jüngelchen zwischendurch mal Bass und Gitarre gestimmt und dann warten und warten und warten.

Endlich kamen ein Gitarrist, ein Bassist und ein Trommler auf die Bühne und haben angefangen, Musik zu machen. Kurze Zeit später kam dann der Herr Poisel und liess sich abfeiern. Irgendwie ist mir ein Rätsel, warum den alle heiraten wollen? Der sieht doch so aus wie Cappui mit Haaren. Meine ich jedenfalls, Alina meint ja nicht. Der Typ ist aber so auf der Bühne ganz sympatisch, könnte aber mehr aufs Publikum eingehen. Ich hätte gerne noch erfahren, wie es denn mit dem schwedischem Mädchen weitergegangen ist, für die er einen Liebesbrief geschrieben hat.

Das Dreierpack junger Frauen ist mir übrigens mit ihrem Dauer-Gesabbel tierisch auf den Senkel gegangen. Wieso gehen die bloß auf Konzerte, wenn die von der Musik nichts mitbekommen, Mitten im ruhigsten Lied ist mir dann der Kragen geplatzt und ich habe mein Missfallen über ihre nicht vorhandenen Manieren kundgetan. Dann ging’s erstmal.

Die Musik ging weiter und weiter. Der Abend zog sich ganz schön hin.

Beim letzten Lied vor den Zugaben (Irgendwas mit Tanzen) hatte ich immer das Gefühl, den Tanzdachs-Smiley statt den Herrn Poisel auf der Bühne zu sehen, hihi. Ausserdem hat er vom Publikum Applaus für alle möglichen Leute haben wollen. Den Bassisten, den Gitarristen, den Tonmeister, den Tonmeister, den Gitarrenstimmer und was weiss ich wen noch alles.
Irgendwann war aber auch dieses Konzert zu Ende und ich war froh, wieder nach hause fahren zu dürfen. Manchmal ist es da schöner als auf einem Konzert…

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